Was ist Logopädie?

  Die Logopädie ist eine noch junge medizinisch-therapeutische Fachdisziplin,
die Menschen mit Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck- und Hörstörungen behandelt
und sich durch Prävention, Beratung, Diagnostik und Therapie im Sinne von Rehabilitation Menschen,
die in ihrer Kommunikationsfähigkeit eingeschränkt sind, widmet.
Die Logopädie beschäftigt sich auch mit der Lehre und Forschung auf allen oben genannten Gebieten.
So ist sie auch dem wissenschaftlichen Fortschritt in den Bereichen der Sprach-,
Sprech-, Stimm- und Schlucktherapie ausgesetzt und entwickelt sich stets weiter.
 

 

Die Geschichte der Logopädie:

Die Wurzeln der Logopädie gehen sehr weit zurück.
Bereits im antiken Griechenland spielte die Redekunst eine große Rolle.
Erste Hinweise über Auffälligkeiten der Sprache lieferte Demosthenes,
der von 384 v. Chr. bis 322 v. Chr. im alten Griechenland lebte und der bedeutendste griechische Redner aller Zeiten war.
Er versuchte die Kraft seiner Stimme mit der Übertönung des Meeresrauschens zu verstärken und sprach mit Steinen im Mund, um seine Artikulation zu verbessern.
 

Aristoteless   Auch der berühmte Aristoteles beschäftigte sich seiner Zeit mit dem Stottern,
welches er auf eine Lippen-, Kiefer- und Zungendysfunktion zurückführte.
Die Atemtherapie spielte eine große Rolle im alten Indien.
Es wurden Magenbeschwerden und andere Leiden mittels der Atemtherapie vor religiösem Hintergrund behandelt
und auch Summübungen auf Basis der physiologischen Atmung entwickelt.

Im Mittelalter gab es erste Forschungen über Sprachstörungen.
Leonardo Da Vinci zeichnete als erster den menschlichen Kehlkopf und unternahm anatomische Studien über dieses komplizierte Knorpelsystem.
 

1778 gründete Samuel Heinecke in Leipzig die erste kurfürstliche Anstalt für Sprach- und Hörbehinderte.
Dies war die "Keimzelle" des Sprachheilwesens.
Im 19. Jahrhundert wurden die Zentren für Sprache und Sprachverständnis im Gehirn von den Ärzten Paul Broca und Carl Wernicke entdeckt.
Der deutsche Phoniater Hermann Gutzmann entwickelte erste Therapieansätze für die Behandlung stotternder Kinder
und gab die erste Zeitschrift für Sprachheilkunde heraus.
 

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten für die Logopädie war der Österreichische Facharzt für Sprach- und Stimmheilkunde Dr. Emil Fröschels.
Er begründete den Begriff "Logopädie", abgeleitet von "Logos" (sinnvolles Wort).
Zu dieser Zeit gab es in Deutschland drei Ambulatorien für Stimm- und Sprachkranke, in Berlin, München und Münster.
1962 wurde dann die erste Lehranstalt für Logopädie an der Fachuniversität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Gutzmann gegründet.
 

1974 wurde das Rehabilitationsausgleichsgesetz durchgesetzt,
wonach die Krankenkassen verpflichtet wurden, logopädische Therapien zu bezahlen.
1980 wurden das Berufsgesetz für Logopäden und die Logopädenausbildungs- und Prüfungsordnung verabschiedet.